Atari 7800 ProSystem 

Atari 7800 ProSystem

Die Entwicklung dieser Spielkonsole begann nicht bei Atari, sondern bei der General Computer Corporation, die im Auftrag Warners bereits seit Sommer 1981 diverse Arcades für Atari entwickelte. Im Herbst 1982, als man mit der Entwicklung einer GCC-Konsole namens „Spring“ begann, hatte sie mit Atari aber noch gar nichts gemeinsam, basierte sie doch auf dem Intel 80186-Prozessor und auf den ersten Entwürfen sieht die aufrecht stehende Konsole noch eher wie eine Art antike Version der Nintendo Wii aus. Doch bereits im Januar 1983 werden die Planungen komplett umgeworfen, und man beginnt mit der Entwicklung von „MARIA“ dem Grafikchip und Herzstück der kommenden Konsole. Spring wird ebenfalls in MARIA umbenannt und Warner Communications vorgestellt, von wo aus die Konsole ihren weiteren Weg zu Atari nimmt. Dort erhält sie vorläufig die Modellnummer CX-3600. Ataris Dominanz am Videospielmarkt ist zwischenzeitlich zusammengebrochen, die Konsole 2600 verkauft sich zwar noch gut, aber technisch gesehen ist die Konkurrenz der Konsole mittlerweile weit voraus. Das hauseigene Topmodell 5200 bleibt stark hinter den Erwartungen zurück. Im Juli 1983 kann mit GCC-1701 der erste Grafikchip präsentiert werden, doch bald stellt sich heraus, dass er noch voller Fehler steckt. Im Oktober ist der Nachfolger GCC-1702 soweit, dieser wurde von GCC in Zusammenarbeit mit der Atari Semiconductor Group entwickelt. Eine fehlerfreie Version gibt es aber erst im April 1984 mit dem GCC-1702B. Im selben Monat beginnt nun auch endlich die Produktion der mittlerweile 7800 getauften Spielkonsole und im Juni startet ein erster Testverkauf im Süden Kaliforniens. Diese erste Version verfügt übrigens noch auf der linken Seite über einen Erweiterungsbus, an dem beispielsweise später ein Computer-Upgrade oder ein Laserdisc-Player angeschlossen werden könnte. Im Zuge der Restrukturierung Ataris nach der Übernahme durch Tramel Technologies wurde die Konsole jedoch vorerst wieder eingestellt. Erst im Juni 1986, als Nintendos Entertainment System und Segas Master System bereits beachtliche Marktanteile erobert hatten, wurde die Konsole ohne den Erweiterungsbus erneut in den Handel gebracht. Die PAL-Version dieser Konsole enthält das Spiel Asteroids, für die NTSC-Version war ursprünglich Missile Command geplant, jedoch nicht verwirklicht. In Europa wurde die Konsole mit dem D-Pad CX-78 verkauft, welches in Nordamerika nicht erhältlich war, stattdessen legte man der Konsole dort den schon vom 2600 bekannten ProLine-Joystick CX-24 bei. Der Konsole war kein großer Erfolg beschert, es wird von etwa zwei Millionen verkauften Geräten ausgegangen. Im Dezember 1991 wurde die Konsole vom Markt genommen.


Technische Daten

Prozessor MOS 6502
Taktfrequenz 1,77 MHz (NTSC)
1,79 MHz (PAL)
Arbeitsspeicher 4 kB
Modulgröße max. 128 kB
Grafikchip GCC-1702B „Maria“
Auflösungen 320 × 200 (7800-Modus)
160 × 200 (2600-Modus)
Farbpalette 256 (16 gleichzeitig)
Sprites unbekannt
Soundchip Atari TIA
Soundkanäle 2 PSG
Maße B×T×H 295 × 220 × 85 mm
Spiele derzeit ca. 90
Entwicklungsbeginn Januar 1983
Vorstellung 21. Mai 1984
im Handel 1. Generation: Juni 1984
2. Generation: Juni 1986
Stopp 1. Generation: Juli 1984
2. Generation: 24. Dezember 1991
Verkaufszahlen ca. 2 Millionen

Bilder
Atari 7800
CX 7800


1986-91
europäische Version
Atari 7800 ProSystem
CX 7800


1984/1986-91
amerikanische Version
Atari 7800 ProSystem
CX 7800


1984
Semitransparenter Prototyp
Atari 3600
CX 3600


1983
Prototyp der Hauptplatine

Bild © Atari Historical Society
Atari 7800

Erweiterungsbus an der ersten Serie
Atari 7800

ST-Monitoranschluss am französischen PERITEL-Modell
Atari 7800

Mainboard der ersten Serie, Juni 1984
Atari 7800

Mainboard C300633-001 Rev. C, Oktober 1990
Atari ProLine Joystick
CX 24


1983-88
Atari Joypad
CX 78


1986-91
Atari 7800 Keyboard

1986
Prototyp

Bild © Atari Historical Society

Letzte Seitenbearbeitung: 26. Oktober 2015