Atari 400 und 800 

Atari 800

Inhaltsverzeichnis

Geschichliches
Als die Computer 400 und 800 im November 1979 das erste Mal verkauft wurden, galten sie bereits als Meilensteine der Computergeschichte, waren sie doch bewusst robust und für damalige Verhältnisse benutzerfreundlich konstruiert worden, damit auch völlig unerfahrene Computerbesitzer einen leichten Einstieg in die elektronische Welt hatten. Von der Fachpresse wurden sie als die grafisch und tontechnisch besten Heimcomputer ihrer Zeit angesehen. Begonnen wurde mit der Entwicklung unter der Leitung von Jay Miner im Januar 1977, als man noch mit Hochdruck an der Spielkonsole Stella arbeitete. Diese Konsole diente auch als Basis zur Entwicklung der Heimcomputer, anfangs konzentrierte man sich dabei auf die Erweiterung der Grafikfähigkeiten des Television Interface Adapters (TIA). Im Frühjahr konnte der Atari-Leitung bereits ein handverdrahteter Prototyp des von Joe Decuir entwickelten Chips ANTIC (Alphanumeric Television Interface Controller) vorgestellt werden und es wurden Machbarkeitsstudien zu möglichen Kombinationen mit anderen elektronischen Baugruppen in Auftrag gegeben. Zu diesen Möglichkeiten zählte natürlich auch die Kombination mit einer Tastatur und der Ansteuerung externer Geräte. Programmieren konnte man seinerzeit nur auf Mainframes von IBM und DEC sowie – mit Einschränkungen – auf den Heimcomputern Altair 8800, Tandy TRS-80, Apple II und Commodore PET 2001. Diese Geräte hatten aber diverse Probleme, so war die Bedienung meist sehr umständlich und die Technik oft unzuverlässig. Interessierten stand auch oftmals der recht hohe Einstandspreis im Wege. Daher lenkte man die Entwicklung bei Atari schnell weg von einem möglichen Nachfolger des Video Computer Systems auf Basis des ANTIC hin zu einem preisgünstigen, benutzerfreundlichen und sicheren Heimcomputer, auch eine zuerst geforderte Kompatibilität zum VCS wurde wieder verworfen. Im August 1977 wurde die Entwicklung von der Firmenleitung bewilligt und das Projekt auf den Namen Colleen getauft. Schon wenig später gelangte man zu der Ansicht, man könne doch zwei Geräte entwickeln: eines wie geplant als Allround-Heimcomputer mit Schreibmaschinentastatur und ein weiteres hauptsächlich zu Unterhaltungszwecken. Im November 1977 wurde das Projekt schließlich aufgeteilt in Colleen und ein zweites Projekt namens Candy (vorläufige Modellnummer C-7000). Ein All-in-One-Modell mit Bildschirm ähnlich dem PET 2001 unter dem Namen Elizabeth wurde zwar angeregt, jedoch recht schnell wieder verworfen. Die ursprünglichen Planungen für Colleen umfassten 4 kB Arbeitsspeicher, zwei Modulschächte, mehrere Erweiterungsmöglichkeiten, eine Schreibmaschinentastatur und eine parallele Schnittstelle. Der ANTIC wurde im Januar 1978 fertiggestellt und die Entwicklung konzentrierte sich nun auf zwei weitere Chips namens POKEY (Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit, entwickelt von Douglas Neubauer) und CTIA (Color Television Interface Adapter, entwickelt von George McLeod). An der Entwicklung von Candy und Colleen waren außerdem Scott Shiffman (Hardware), Howard Bornstein und der VCS-Programmierer und spätere Activision-Mitgründer Alan Miller (beide für das Betriebssystem zuständig) beteiligt. Im Laufe der Entwicklung von Candy entschied man sich 1978 schließlich doch dazu, dem System eine Tastatur zu spendieren, es sollte allerdings eine leicht zu reinigende und spritzwasserbeständige Folienflachtastatur zum Einsatz kommen, auch die eigentlich nur für Colleen vorgesehene serielle Schnittstelle wurde integriert. Bis dahin kostete die Entwicklung der beiden Systeme bereits zehn Millionen Dollar. In der Zwischenzeit wurde der damals verbreitete MOS 6502 als zentraler Prozessor ausgewählt. Die Abstimmung der Chips ANTIC, CTIA und POKEY auf den 6502 wurde auf einem Cromenco Z-2 durchgeführt. Bis Juni 1978 waren die Hauptplatinen fertig entwickelt, das Design der Computer wurde bereits im April von Kevin McKinsey und Hugh Lee festgelegt. Als Programmiersprache wurde BASIC ausgewählt, da diese auch für Neueinsteiger leicht zu erlernen war. Die zuerst geplante Version der noch jungen Firma Microsoft wurde allerdings abgelehnt, da sie nicht den technischen Erfordernissen Ataris gerecht wurde. Stattdessen wurde am 6. Oktober 1978 das Softwarehaus Shepardson Microsystems Inc. damit beauftragt, einen BASIC-Dialekt speziell für Candy und Colleen zu entwickeln. Im November wurden Candy und Colleen dann nach ihren geplanten Speichergrößen in 400 (für 4 kB RAM) und 800 (für 8 kB RAM) umbenannt, wobei die Doppelnull in der Modellnummer immer für das Basisgerät stehen sollte. Am 6. Dezember stellte man die beiden Computer in der auflagenstarken New York Times vor, im Januar 1979 wurden sie auf der Winter CES in Las Vegas zusammen mit dem Kassettenlaufwerk 410, dem Diskettenlaufwerk 810 und dem Drucker 820 erstmals vorgeführt. Im Juni 1979 wurden die unverbindlichen Preisempfehlungen auf 550 Dollar für den 400 und auf 1000 Dollar für den 800 festgelegt und beide System der Federal Communications Commission (FCC) zur Abnahme der elektromagnetischen Verträglichkeit vorgelegt. Die Abnahme erfolgte im August, eine wichtige Voraussetzung, um in Nordamerika überhaupt Geräte auf den Markt bringen zu können. Durch eine Preissenkung am Speichermarkt war es möglich, den 400 nun doch mit 8 kB Arbeitsspeicher auszuliefern. Die Produktion der Geräte übernahm die hauseigene Fabrik in Sunnyvale, auf Grund einer Teileknappheit, die die gesamte Branche betraf, konnte die Produktion jedoch erst im Oktober anlaufen und erste Computer waren ab November 1979 bei der Kaufhauskette Sears Roebuck erhältlich. Mit im Lieferumfang war dabei immer das Kassettenlaufwerk 410, das BASIC-Modul und die Educational System Master Cartridge. Im Juni 1980 wurden die Preise auf 629,99 Dollar bzw. 1079 Dollar angehoben, die Geräte nun einzeln angeboten und der Arbeitsspeicher beider Modelle auf 16 kB aufgestockt. Beide Computer standen in direkter Konkurrenz zu den Modellen Texas Instruments TI-99/4A (16 kB, 500 Dollar), Apple II+ (16 kB, 1195 Dollar), Tandy Color Computer (4 oder 16 kB RAM, 399 bzw. 599 Dollar) und Commodore VC-20 (5 kB RAM, 299 Dollar). Der Bekanntheitsgrad stieg bis Mitte 1980 derart an, dass Drittanbieter vielversprechende Absatzmöglichkeiten für Hard- und Software witterten. Ein noch weitgehend unerschlossener Bereich für die oft als Spielzeughersteller verspottete Firma war der Bildungssektor, der zu der Zeit von Commodore und Apple dominiert wurde. Hintergrund des Einstiegs in den Bildungsmarkt war die Überlegung, dass Schüler und Studenten bei einer späteren Anschaffung eher auf vertraute Systeme zurückgreifen würden – wenn High Schools und Colleges Atari verwenden würden, würden ihre Schüler die Systeme möglicherweise auch selbst kaufen. Atari vergab spezielle Konditionen an das Bildungswesen und brachte eine Programmreihe namens Talk & Teach Cassette Courseware heraus, außerdem wurde verstärkt auf eine Zusammenarbeit mit der IBM-Tochter Science Research Associates gesetzt, die sich die Förderung von computerbasiertem Unterricht auf die Fahnen geschrieben hat. Bis zum ersten Halbjahr 1981 konnte sich Atari somit als weiterer großer Anbieter von Heimcomputersystemen etablieren, im August 1981 wurde erstmals die Gewinnzone erreicht. Atari investierte auch viel in den Ausbau des Hardwaresektors, die Fortbildung des Kundendienstes und der Vertragshändler sowie die Softwareunterstützung, wozu eine beinahe monatliche Veröffentlichung hauseigener Software, von Drittherstellern publizierte technische Dokumentationen und die Unterstützung unabhängiger Programmierer zählten. Auch die Ausrichtung von Programmierwettbewerben und die Gründung der Publikationsplattform Atari Program Exchange (APX) gehörte dazu. Ab August 1981 wurden die Computer dann auch international vermarktet, lediglich in Frankreich kamen sie wegen der Anpassung an die dort bestehende SECAM-Fernsehnorm erst im September 1982 in den Handel. In Westdeutschland lagen die Preise für einen 400 mit 8 kB RAM bei 1495 DM und für einen 800 mit 16 kB RAM bei 2995 DM, das Diskettenlaufwerk 810 kostete 1995 DM, das Kassettenlaufwerk 410 289 DM und das BASIC-Modul 272 DM. Bereits 1980 konnte man aber NTSC-Modelle des 800 mit 8 kB RAM für 4195 DM über Telectron beziehen. 1981 wurde das Betriebssystem überarbeitet (OS Version B) und BASIC von Fehlern bereinigt. In diesem Jahr konnte Atari 300000 Computer absetzen, was die Firma weltweit zum Marktführer in der Heimcomputerbranche machte. 1982 brach jedoch ein Preiskrieg zwischen den Mitbewerbern Commodore und Texas Instruments aus und der britische Hersteller Sinclair drängte mit seinem Billigmodell ZX 81 auf den Markt. Atari reagierte und gab ab Januar einen Rabatt von 16 Prozent auf den 800, ab März wurde statt Rabatt dann Software zugegeben, ab Oktober wurde der 800 dann serienmäß nur noch in der höchsten Ausbaustufe mit 48 kB RAM zum gleichen Preis ausgeliefert. Parallel dazu wurde der Kundenservice massiv ausgebaut und die Atari Service Center übernahmen nun auch Beratungs- und Reparaturdienstleistungen sowie Umrüstungen älterer Geräte auf den GTIA-Chip. Durch diesen Ausbau konnten die Computer nun auch in großen Handelsketten wie J.C.Penney, K-mart oder Toys“R“Us mit ungeschultem Personal verkauft werden. Der Vorjahresabsatz wurde auf 600000 verkaufte Computer verdoppelt, zwei Drittel entfielen dabei auf den 400, und Atari konnte seine Marktführerschaft somit erfolgreich verteidigen. Die Nachfolge des 800 trat dann im März 1983 der 1200 XL an, der 400 wurde im Oktober vom 600 XL abgelöst. Die Produktion der Geräte wurde im August 1983 eingestellt, im September lag der Preis eines neuen 800 dann bei nur noch 165 Dollar.

Atari 400 Atari 800

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Aufbau
Im Inneren der Computer befindet sich die große Hauptplatine mit dem POKEY und den Anschlüssen für die kleineren Platinen. Zu diesen gehört die Prozessorkarte, die den 6502, ANTIC und den CTIA bzw. GTIA enthält, sowie die Baugruppe zur Signalerzeugung und Stromversorgung, auf der auch die Peripherieanschlüsse untergebracht sind. Weitere Slots stehen für den Arbeitsspeicher (ein Slot beim 400, drei beim 800) sowie für das Betriebssystemmodul bereit. Außerdem gibt es entweder einen (400) oder zwei (800) Moduldschächte, der rechte Modulschacht des 800 funktioniert aber nur mit bestimmten Modulen (zu erkennen am Aufdruck „RIGHT CARTRIDGE“), die allerdings recht selten sind.

Atari 400

zerlegt in Einzelteile
Atari 800

zerlegt in Einzelteile
Atari 400

Mainboard, Daughterboard und CPU-Karte
Atari 800

Mainboard, Daughterboard, CPU- und RAM-Karten

Prozessor
Zum Einsatz kommt der damals weit verbreitete 6502 von MOS Technologies, der Prozessor kann auf einen Adressraum von 65536 Bytes zugreifen. Der Systemtakt beträgt 1,77 MHz bei PAL-Modellen bzw. 1,79 MHz bei NTSC-Modellen.

MOS 6502 Prozessor (Atari-Teilenr. C014806)

Spezialchips
Die wichtigeren Chips sind jedoch die drei Spezialbausteine ANTIC, CTIA/GTIA und POKEY, die die gesamten Atari-8-Bit-Computer bis hin zum XE Game System prägen werden. ANTIC und GTIA erzeugen das Bild, wobei das Betriebssystem oder der Benutzer Daten in die sogenannte Display List hinterlegen müssen. Der CTIA bzw. GTIA erlaubt das Hinterlegen von maximal acht unabhängigen und jeweils einfarbigen Grafikelementen (Sprites, im Atari-Jargon auch Player oder Missiles genannt). Diese werden gemäß definierbaren Überlappungsregeln in das Hintergrundbild kopiert, das vom ANTIC bereitgestellt wird, und einer Kollisionsprüfung unterzogen. Dabei wird festgestellt, ob eine Berührung der Sprites untereinander oder mit dem Hintergrund vorliegt. Beide Chips zusammen erzeugen somit eine für damalige Verhältnisse unbekannte Flexibilität der Darstellung. POKEY sorgt im Wesentlichen für den guten Ton auf vier Kanälen und kümmert sich auch um die Tastaturabfrage und die SIO-Schnittstelle. Alles zusammen sorgt für eine Reduktion benötigter Chips im Computer und somit auch für eine Platz- und Kostenersparnis. Die Konstruktionspläne der Chips wurden nie veröffentlicht, so dass die damals gängige Praxis von zumeist illegalen Kopien zumindest wirtschaftlich nicht rentabel war.

Atari POKEY C012294 Atari ANTIC C014887 Atari GTIA C014889

Speicher
ANTIC und 6502 teilen sich den Speicher in verschieden große Bereiche auf, der Adressraum befindet sich im hexadezimalen System zwischen $0000 und $FFFF. $0000 bis $7FFF ist nur dem Arbeitsspeicher vorbehalten (Minimalkonfiguration 16 kB - bei nur 8 kB bleibt die Hälfte des Adressraums unbelegt, bei einem Ausbau auf 48 kB erweitert sich der Bereich bis $BFFF). Die 8 kB zwischen $8000 und $9FFF, die sich mitten im Arbeitsspeicherbereich befinden, werden bei Einstecken eines Steckmoduls abgeschaltet und stattdessen die dort befindlichen ROMs eingeblendet. Die Adressen der Spezialchips und weiterer Hardwarekomponenten befinden sich zwischen $D000 und $D7FF, darauf folgen die mathematischen Fließkommaroutinen auf $D800 bis $DFFF und das Betriebssystem auf $E000 bis $FFFF. $C000 bis $CFFF ist für ergänzende Systemsoftware vorgesehen, kann bei Bedarf aber auch durch den Arbeitsspeicher genutzt werden. Wird der Computer ohne Steckmodul oder andere Software gestartet, wird das MEMO PAD, ein rudimentäres Textprogramm, geladen.

Atari 800

Modulschacht, hier können bis zu drei Arbeitsspeicher-Module installiert werden (hier 2× CX853 mit und 1× CX853 ohne Gehäuse)
Atari RAM-Module

CX852 mit 8 kB und CX853 mit 16 kB RAM
Atari CX853

Auf 32 kB aufgerüstet

Schnittstellen
Neben den vier neunpoligen Controllerschnittstellen, dem HF-Antennenanschluss und dem nur beim 800 vorhandenen Monitorport ist die wohl wichtigste Schnittstelle der 8-Bit-Computer von Atari die SIO-Schnittstelle (SIO = Serial Input/Output), sie dient zum Betrieb von intelligenten Peripheriegeräten, die mittels Identifikationsnummern auseinandergehalten werden. Hierbei kommt ein spezielles Übertragungsprotokoll und ein einzigartiger Stecker zum Einsatz. Peripheriegeräte werden in einer Kette hintereinander an die SIO-Schnittstelle angeschlossen (sogenanntes „Daisy Chaining“), wobei manche Geräte als SIO-Endglied ausgeführt sind. Bei den Geräten mit zwei SIO-Buchsen dient eine der Kommunikation des Gerätes mit dem Computer (Serial Bus Input), die andere zum Anschluss und zur Verwaltung eines weiteren Gerätes (Serial Bus Extender). Entwickelt wurde die Schnittstelle von Joe Decuir, der Jahre später auch am USB-Standard mitarbeiten wird. Die verbreiteten Schnittstellen RS-232C (seriell) und Centronics (parallel) konnten am Atari nur durch das Zusatzgerät 850 bereitgestellt werden (wobei Centronics auch beim späteren Erweiterungsmodul XEP 80 zur Verfügung steht, das aber nur am Rande).
Atari 400

v.l.n.r.: SIO, Power, Netzteil. Das Antennenkabel ist eingebaut und geht zur Gehäuserückseite raus. Die vier Controllerports liegen an der Vorderseite unter der Tastatur.
Atari 800, Seite

v.l.n.r.: Monitor, SIO, Kanalwahl, Power, Netzteil. Das Antennenkabel ist eingebaut und geht zur Gehäuserückseite raus
Atari 800, vorne

Controller-Anschlüsse

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Technische Daten
Prozessor MOS 6502
Taktfrequenz 1,79 MHz (NTSC)
1,77 MHz (PAL)
Arbeitsspeicher ab Werk (RAM) 8 kB (400, ab Nov. 1979)
16 kB (400, ab Juni 1980)

8 kB (800, ab Nov. 1979)
16 kB (800, ab Juni 1980)
48 kB (800, ab Okt. 1982)
Festspeicher (ROM) 10 kB
Betriebssystem Atari OS
Grafikchips Atari Alpha Numeric Television Interface Controller (ANTIC)
Atari Color Television Interface Adapter (CTIA)
(später ersetzt durch den Graphics Television Interface Adapter (GTIA))
Auflösungen Grafikstufe 0: 40×24 Pixel, 2 Farben
Grafikstufe 1: 20×24 Pixel, 5 Farben
Grafikstufe 2: 20×12 Pixel, 5 Farben
Grafikstufe 3: 40×24 Pixel, 4 Farben
Grafikstufe 4: 80×48 Pixel, 2 Farben
Grafikstufe 5: 80×48 Pixel, 4 Farben
Grafikstufe 6: 160×96 Pixel, 2 Farben
Grafikstufe 7: 160×96 Pixel, 4 Farben
Grafikstufe 8: 320×192 Pixel, 2 Farben
Grafikstufe 9: 80×192 Pixel, 16 Farben
Grafikstufe 10: 80×192 Pixel, 9 Farben
Grafikstufe 11: 80×192 Pixel, 16 Farben
Farbpalette 128 (Modelle mit CTIA)
256 (Modelle mit GTIA)
Soundchip Atari Potentiometer and Keyboard Integrated Circuit (POKEY)
Soundkanäle 4 PSG
Tastatur Folie, 57 Tasten + 4 Funktionstasten (400)

Schreibmaschine, 57 Tasten + 4 Funktionstasten (800)
Entwicklungsbeginn Januar 1977
Ankündigung Dezember 1978
Vorstellung Januar 1979
Im Handel November 1979
Einstellung der Produktion August 1983

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Peripherie
Massenspeicher
Da die Atari-Computer nicht mit handelsüblichen Kassettenrekordern arbeiten können, wurde mit dem Modell 410 ein speziell auf die SIO-Schnittstelle abgestimmtes Gerät entwickelt und anfangs mit den Computern im Paket verkauft. Es bietet – wie alle seine Nachfolger – eine Übertragungsrate von 600 Bits pro Sekunde, auf eine 60-Minuten-Kassette passen bis zu 100 kB an Daten. Das 410 verfügt über einen Stereo-Tonkopf, wodurch während des Ladevorgangs beispielsweise Musik oder Anweisungen abgespielt werden können, die Ausgabe passiert dabei mangels eingebautem Lautsprecher mittels SIO und POKEY über den Monitor bzw. Fernseher. Das 410 ist ein SIO-Endglied, muss also in der SIO-Kette als letztes angeschlossen werden. Das Laufwerk wurde 1983 durch das Modell 1010 ersetzt.

Atari 410
Kassettenlaufwerk
Atari 410
Kassettenlaufwerk


Version 410 P

Bild: Bilby / CC BY 3.0


Neben Kassetten kommen auch Disketten zum Einsatz, dafür gibt es die Diskettenlaufwerke 810 und 815, welche auch an der SIO-Schnittstelle angeschlossen werden. Das 810 verwendet 5¼“-Disketten mit einfacher Spurdichte, diese werden mit 720 Sektoren à 128 Bytes (40 Spuren à 18 Sektoren) beschrieben, was einem Speicherplatz von 90 kB pro Diskettenseite gleichkommt. Die Übertragungsrate liegt mit 6000 Bits pro Sekunde zehnmal so hoch wie beim Kassettenlaufwerk. Vom 810 existieren mehrere Versionen, am auffälligsten ist dabei der Wechsel des Laufwerksverschlusses zu sehen, die von MPI produzierte Version hat eine Schutzklappe zum herunterschieben, während Tandon-Laufwerke nur einen Knebelverschluss besitzen. Die Schalterstellungen zum Einstellen der Laufwerkskennung: Das im Juni 1980 erschienene Laufwerk 815 verfügt über gleich zwei Laufwerkmechaniken und operiert zudem mit doppelter Schreibdichte (256 statt 128 Bytes pro Sektor), somit passen 180 kB auf eine Diskettenseite. Auf Grund des mit rund 1500 Dollar doch recht hohen Preises, der daraus resultiert, dass das komplizierte Laufwerk nur in Handarbeit zu fertigen war, und nicht zuletzt wegen massiver Qualitätsprobleme wurde das Laufwerk nach nur 60 ausgelieferten Exemplaren bereits im August 1980 wieder eingestellt. Die Motoren beider Laufwerke drehen mit 288 Umdrehungen pro Minute. Die Modellnummern 816 und 817 waren für weitere Laufwerke reserviert, die jedoch nicht einmal entwickelt wurden. Das Laufwerk 810 wurde 1983 durch das Modell 1050 ersetzt.
Atari 810
Diskettenlaufwerk


Von MPI produzierte Version
Atari 815
Diskettenlaufwerk


Ausgabe
Die einzigen von Atari veröffentlichten Ausgabegeräte für die Computer 400 und 800 sind Drucker. Hierbei gibt es drei Modelle: den Thermodrucker 822 (Trendcom 100) sowie die beiden Nadeldrucker 820 (LRC/Eaton 7000; 40 Zeichen pro Zeile) und 825 (Centronics 737; 80 Zeichen pro Zeile). Zum Betrieb des 825 wird das Zusatzgerät 850 benötigt, die beiden anderen Drucker können direkt am SIO-Port angesteckt werden. In Australien gab es einen Monitor mit der Bezeichnung Atari 900, jedoch darf hier davon ausgegangen werden, dass es sich dabei nicht wirklich um ein Atari-Produkt handelt. Die Modellnummer 827 war für einen weiteren Drucker reserviert. Der 825 wurde 1983 durch den Drucker 1025 (bzw. in Europa 1984 durch das Modell 1029) abgelöst, für den 40-Zeichen-Drucker gab es keinen Nachfolger. Der Thermodrucker wurde in der XL-Serie nicht ersetzt, erst mit der XE-Serie versuchte man sich erneut an den Modellen XTM 201 und XTC 201, die allerdings beide nicht auf den Markt kamen.

Atari 820
Nadeldrucker
Atari 822
Thermodrucker
Atari 825
Nadeldrucker

Eingabe
Abgesehen von der eingebauten Tastatur gibt es für die Computer auch einige externe Eingabegeräte. Neben den schon vom VCS bekannten Controllern CX-10/CX-40, CX-20 Driving Controller, CX-30 Paddle Controller und CX-50 Keyboard Controller gibt es den numerischen Tastenblock CX-85 und den Lichtgriffel CX-70. Der Stift wurde 1983 überholt und als CX-75 erneut auf den Markt gebracht.

Atari CX-70
Light Pen
Atari CX-85
Tastenblock


Bild: Evan Amos / CC-BY-SA 3.0

Sonstiges
Des Weiteren gibt es noch die Datenübertragungsgeräte 830 (Akustikkoppler) und 835 (Modem) sowie das Zusatzgerät 850, welches Centronics- und RS-232C-Schnittstellen bereitstellt. Die Modellnummer 837 war für ein eventuell zu planendes weiteres Modem reserviert. Für den 800 gibt es zudem weitere Arbeitsspeichermodule unter den Modellnummern CX-852 (8 kB) und CX-853 (16 kB), weitere Modellnummern (851, 854 bis 859) waren für eventuell weitere erscheinende Speichermodule reserviert. Das einzige erhältliche Betriebssystem ist das CX-801 mit dem Atari OS, weitere Modellnummern (CX-802 bis CX-809) waren zwar reserviert, diese Module wurden aber nicht umgesetzt. Eine Reihe an Kabeln wurde auch einzeln verkauft: CX-81 SIO-Kabel, CX-82 Monitorkabel, CX-86 Druckerkabel, CX-87 Modemkabel, CX-88 Terminalkabel und CX-89 Farbmonitorkabel. Das Modem 835 wurde 1983 durch das Modem 1030 ersetzt, für die anderen Zubehörteile gab es keinen Ersatz.

Atari 830
Akustikkoppler
Atari 835
Modem
Atari 850
Schnittstellenmodul
Atari CX801
ROM-Modul

Letzte Seitenbearbeitung: 25. Dezember 2017