Atari PC 

Atari PC 2

1987 stieg Atari in den Markt der IBM-Kompatiblen ein. Der PC (auch PC 1 genannt) in seinem an den Mega ST angelehnten Gehäuse war extrem klein, dafür auch fast ohne Erweiterungsmöglichkeiten, einzig auf zwei Stiftleisten am linken hinteren Ende kann ein ISA-Steckplatz aufgesetzt werden, der dann z. B. einen Festplattencontroller aufnehmen kann – Platz für eine 3½"-Festplatte ist vorhanden. Der Computer hatte damals dank eines leistungsfähigen Chipsets die bei anderen Herstellern meist nicht alle zeitgleich vorhandenen Grafikmodi EGA, CGA, Hercules und IBM-monochrom sowie einen fest integrierten Mausanschluss, der es ohne Nachrüstarbeiten ermöglichte, grafikbasierte Programme wie Microsoft Windows (damals in der Version 2.0 erhältlich) oder PC GEM laufen zu lassen. Atari baute seine PC-Serie selbst und ließ sie nicht, wie andere Firmen, in Teilen aus Fernost einfliegen. Dafür waren sie auch dementsprechend teuer und hatten kaum Absatzchancen. Im Inneren verrichtet eine Intel 8088-CPU ihre Arbeit, die per Software von 4,77 auf 8 MHz umgeschaltet werden kann. Als Betriebssystem dient dem PC MS-DOS in der Version 3. Das Board selbst folgt absolut keinem Standard, alle Bauteile sind so angeordnet, wie sie benötigt werden. Das Diskettenlaufwerk ist ein für PCs damals standardmäßiges 5¼"-Laufwerk mit einer Speicherkapazität von 360 kB je Diskette. Extern können bis zu zwei zusätzliche Floppys angeschlossen werden. Der PC 2 hatte dieselben technischen Daten, aber er kam in einem deutlich größeren Gehäuse, das fünf ISA-Steckplätze und zwei Diskettenlaufwerke beinhaltete, auf den Markt. Eine Festplatte hatte er nicht, diese konnte aber nachgerüstet werden, dazu musste auch ein Festplattencontroller eingebaut werden. Der PC 3 unterscheidet sich fast ebensowenig, abgesehen von der Festplatte und dem anderen Gehäuse. Von allen Atari-Desktop-PCs war dieser der meistverkaufte. Der Einbau von neuen Laufwerken gestaltet sich sehr schwierig, da man spezielle Schienen braucht und davor ohnehin das gesamte System zerlegen muss. Im Inneren findet man zudem fünf 8-Bit-ISA-Steckplätze. Die ersten Modelle haben übrigens einen dunkelgrauen Sockel, während der Sockel der letzten Geräte hellgrau ist. Der PC 4 hatte mit dem AMD Am286 einen etwas neueren Prozessor als die anderen Geräte (nebenbei: der i486 kam zu der Zeit gerade auf den Markt). Das Platinen-Layout wurde nur geringfügig verändert, der Rechner verfügt nun über einen 8-Bit- sowie vier 16-Bit-ISA-Steckplätze. Bereits im Jahr zuvor erschien der PC 5. Ausgestattet war er mit einer RLL-Festplatte und 5¼"-Diskettenlaufwerk. Der Computer wurde mit einem i386SX-Prozessor ausgestattet, dessen Taktfrequenz der Kunde bei Bestellung selbst zwischen 6, 16 und 20 MHz wählen konnte. Außerdem verfügt der PC 5 als einziger Atari-Computer über einen PS/2-Anschluss für die Tastatur, der damals allerdings noch nicht Standard war, sondern nur vom IBM Personal System 2 verwendet wurde. Als Betriebssystem kam wahlweise die Unix-Variante „EURIX“ oder MS-DOS 5.0 zum Einsatz.


Technische Daten
  PC PC 2 PC 3 PC 4 PC 5
Prozessor Intel 8088-2 Intel 8088-2 Intel 8088-2 AMD Am286 Intel i386SX
Takt 4,77 MHz, 8 MHz im Turbo-Modus 4,77 MHz, 8 MHz im Turbo-Modus 4,77 MHz, 8 MHz im Turbo-Modus 8, 12 oder 16 MHz nach Wahl 6, 16 oder 20 MHz nach Wahl
Arbeitsspeicher 512 kB 512 kB 640 kB 1 MB 2 MB
Betriebssystem ab Werk MS-DOS 3.21 MS-DOS 3.21 MS-DOS 3.21 MS-DOS 3.30 MS-DOS 5.0 oder EURIX
Grafikauflösungen 720×348 (MDA, Hercules)
640×350 (EGA)
640×200 (CGA)
720×348 (MDA, Hercules)
640×350 (EGA)
640×200 (CGA)
720×348 (MDA, Hercules)
640×350 (EGA)
640×200 (CGA)
720×348 (MDA, Hercules)
640×480 (VGA)
640×350 (EGA)
640×200 (CGA)
720×348 (MDA, Hercules)
640×480 (VGA)
640×350 (EGA)
640×200 (CGA)
Farbpalette 512 512 512 512 512
Diskettenlaufwerk ab Werk 5¼" DD doppelseitig, 360 kB 5¼" DD doppelseitig, 360 kB 5¼" DD doppelseitig, 360 kB 5¼" DD doppelseitig, 360 kB

oder

3½" HD 1,44 MB nach Wahl
5¼" HD 1,2 MB
Festplatte ab Werk 5¼" RLL, 30 MB 5¼" RLL, 30 MB

oder

Wechselplattenlaufwerk 5¼" 44 MB nach Wahl
5¼" RLL, 60 MB
Ankündigung     2. November 1987    
Vorstellung 8. Januar 1987 2. November 1987   2. November 1987  
Im Handel November 1987
FCC-Freigabe 16.11.1987
1988 1988 1989
FCC-Freigabe PC4-16 23.4.1989
14. November 1988
FCC-Freigabe 22.9.1988,
Version PC5-20A 4.8.1989
Einstellung 1990 1990 1990 1990 1990

Bilder
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Atari PC 1 Atari PC 2 mit Monitor PCM 124 und Maus PCM 1 Atari PC 3 Atari PC 4 mit Monitor PCM 124
Atari PC 5 mit Monitor Mainboard C100360 (Atari PC) Mainboard C103272 (Atari PC 3) Mainboard C103524 (Atari PC 4)
Atari PC 1

Anschlüsse, von links nach rechts:
- Maus
- Seriell
- Parallel
- Monitor
- Monitor-Wahlschalter
- Diskettenlaufwerk
- Tastatur

Über Monitor- und Parallelanschluss befindet sich die Abdeckung für den Erweiterungssteckplatz.
Atari PC 3

Anschlüsse, von links nach rechts:
- Seriell
- Parallel
- Monitor
- Monitor-Wahlschalter
- Diskettenlaufwerk
- 5 ISA-Steckplätze

Die Anschlüsse für Tastatur und Maus befinden sich an der rechten Gehäuseseite.
Atari PCC 1415 Farbmonitor

Bildröhre 14 Zoll
EGA, CGA

Bild mit freundlicher Genehmigung von Matthias Wittland
Atari PCM 124 Monochrom-Monitor

Bildröhre 12 Zoll
EGA, CGA

Der Prototyp hatte noch einen grünen Bildschirm, das Serienmodell ist bernsteinfarben.
Atari PCM 125 Monochrom-Monitor

Bildröhre 12 Zoll
EGA, CGA

Bild mit freundlicher Genehmigung von Matthias Wittland
Atari PCF 554 Diskettenlaufwerk
FCC-Freigabe 23.9.1987

5¼", doppelseitig
auch am ST verwendbar.
Atari PCM 1 Maus
FCC-Freigabe 21.8.1989
Atari HPC-301 Kartenleser
FCC-Freigabe 30.1.1990

Mit diesem können in den PCs 2 bis 5 die Speicherkarten des Atari Portfolio ausgelesen und beschrieben werden. Die Steckkarte hat im PC 1 auch bei nachgerüstetem ISA-Steckplatz keinen Platz.
[Keine Bilder vorhanden]
Atari PCC 1414 Farbmonitor

Atari PCH 204 Festplatte
(FCC-Freigabe 30.12.1987)
Atari PC 1

Erweiterungssteckplatz (Stiftleisten links und rechts) und Anschluss für das interne Diskettenlaufwerk
Atari PC 1

ISA-Adapter
Atari PC 1

Geöffnet, hier mit ISA-Adapter, RLL-Controller und RLL-Festplatte aufgerüstet.
Atari PC 1

Abschirmung
Atari PC 3

Atarilogo im Netzteillüfter
Atari PC 3

LED-Panel und Ein-/Ausschalter
Atari PC 3

ISA-Steckplätze
Startbildschirm Screenshot MS-DOS

Letzte Bearbeitung: 28. Oktober 2015