Werk 8: Courtine
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Die Caponniere der Courtine 8

Lage und heutige Nutzung
Die Courtine 8 liegt entlang der Dammstraße und Turmstraße und wird von der Schützenstraße durchquert. Die Caponniere an der Schützenstraße 59½ wird von der ⇒ Ortsgruppe Neu-Ulm der NaturFreunde genutzt, auf das ehemalige Blockhaus 7–8 (Parkstraße 1) ist das ⇒ Hotel Römer-Villa aufgebaut. Auf dem rechten Wall entstanden zudem eine Straße („Auf dem Wall“) sowie einige Wohnhäuser.

Festungsteile in der Umgebung
Werke der Bundesfestung
Bastion 7 mit Kriegspulvermagazin (direkt südlich anschließend)
Halbbastion 9 mit Memminger Tor (direkt nördlich anschließend)
Werk XXIX Fort Unterer Kuhberg (1,6 km westlich)

Sonstige Festungsteile
Chevauxlegers-Kaserne (direkt östlich anschließend)
Evangelische Garnisonskirche Neu-Ulm (600 m nordöstlich)
Festungsbauhof (500 m nordöstlich)
Friedensspital Neu-Ulm (300 m nördlich)
Proviantamt Neu-Ulm, Magazine 1 und 3 (450 m nordöstlich)
Proviantamt Neu-Ulm, Magazin 2 (200 m nordöstlich)

Aufbau und Baugeschichte des Werks
Die bis zu 288 Mann starke Courtine 8, die zwischen 1844 und 1850 unter Oberleutnant Graf von Ysenburg erbaut wurde, besteht aus Wall und Escarpe mit zurückgezogenen Tenaillen, in denen die Flankenbatterien untergebracht sind, einer zentral gelegenen Caponniere mit Ausfallhöfen links und rechts, dem Graben samt Künette und einem vorgelagerten Glacis mit den Blockhäusern 7-8 und 8-9. Bereits 1896 wurde direkt an der rechten Seite der Caponniere ein Fußgängersteg durchgebrochen. 1906 kaufte die Stadt das Werk, während der Entfestigung wurde an diesem Werk 1910 der Wall und die Mauer links der Courtine durchbrochen, um die Schützenstraße nach außen zu führen und so die einspurige Durchfahrt im Memminger Tor zu entlasten. Der Rondengang rechts der Caponniere wurde aufgefüllt und auf dem so entstandenen Areal auf der Wallkrone Wohngebäude errichtet, dabei wurde die Escarpe mit Betonpfeilern abgestützt und der rechte Ausfallhof überdacht. Das Blockhaus 7-8 links der Caponniere wurde aufgestockt und zum Hotel umfunktioniert, es ist heute noch samt Tambourmauern vollständig erhalten. 2001 wurde die undicht gewordene Erdbedeckung der Caponniere durch ein Zink-Titan-Blech ersetzt.

Nutzungsgeschichte
Nach der militärischen Nutzung, während dieser die Courtine auch nicht ständig, sondern nur im Ernstfall oder zu Übungszwecken belegt war, war die Caponniere ab 1939 Rettungsstelle des zivilen Luftschutzes und blieb dies bis Kriegsende, danach wurde sie zur Lager- und Verkaufsstätte. Zuletzt zog 1998 ein Farbenhandel dort aus.

Denkmalschutz und Eigentümer
Die Courtine steht seit dem 25. Juni 1973 unter Denkmalschutz und gehört bis auf das Blockhaus 7–8, welches sich in privater Hand befindet, der Stadt Neu-Ulm.


Weitere Bilder

Die Caponniere 8 um 1900, daneben der 1896 angelegte Fußgängersteg Escarpe mit Betonverstärkungen Luftbild von 1910, die Courtine 8 befindet sich links unten
Escarpe in Richtung Bastion 7 Römervilla, man kann unten noch die Tambourmauern des Blockhauses erkennen

Letzte Bearbeitung: 20. März 2013