Atari STE, ST Book und ST Pad 
 
Atari 1040 ST<sup>E</sup>

Inhaltsverzeichnis
   → Entwicklungsgeschichte
   → Aufbau
   → 520 STE und 1040 STE
   → Mega STE: Aufgebohrt
   → ST Book: Ultraleichtgewicht
   → ST Pad „Stylus“: Urahn des iPad
   → Peripherie

Entwicklungsgeschichte
1989 hat Atari schon wieder etwas den Anschluss verloren – der Amiga war drauf und dran, den ST technisch zu überholen und in der Welt der IBM-Kompatiblen feierte man bereits das Erscheinen des 486er-Prozessors, der ST hat sich hingegen bis auf wenige Details seit seinem Erscheinen 1985 kaum verändert. Nachdem man schon seit einiger Zeit an einer professionellen 32-Bit-Maschine arbeitete (siehe TT), stellte man im August 1989 mit dem STE (steht für Sixteen/Thirtytwo Enhanced) einen neuen Homecomputer vor. Im November 1989 kamen die Rechner dann in den Handel.
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Aufbau
Prozessor
Die Hauptarbeit im STE verrichtet wie schon beim ST der weithin bekannte CISC-Prozessor Motorola 68000 (CISC steht für Complex Instruction Set Computer, zu deutsch etwa Rechner mit komplexem Befehlssatz), der bereits seit 1979 auf dem Markt ist. Er operiert intern mit einem 32-Bit-Register sowie einem 32-Bit adressierten linearen Adressraum (davon sind 24 Bit extern verfügbar), acht 32-Bit-Datenregistern, neun 32-Bit-Adressregistern, einem 15-Bit-Statusregister und besitzt einen 16-Bit-Datenbus. Im ST wird der 68000 mit 8 MHz getaktet und kann so eine Million Recheninstruktionen pro Sekunde abarbeiten (1 MIPS), im Mega STE beträgt der Systemtakt 16 MHz. Der 68000 kommt auch in den Konkurrenzprodukten Apple Macintosh, Sinclair QL und Commodore Amiga zum Einsatz. In den beiden mobilen Geräten ST Book und ST Pad kommt eine stromsparende Version zum Einsatz.

Multifunktionscontroller
Der 68901 von Motorola fängt im ST die Interrupt-Signale auf und ist mitverantwortlich für die serielle Schnittstelle.

Soundchip
Hier kommt meist der Yamaha YM-2149F zum Einsatz, seltener ein AY-3-8910 von General Instrument. Neben der Tonerzeugung ist er noch für die Parallelschnittstelle sowie die Signale RTS und DTR der seriellen Schnittstelle zuständig und verwaltet mittels Drive Select und Side Select, welches Diskettenlaufwerk und welche Diskettenseite angesprochen wird.

ACIA
Der erste der beiden ACIA-Chips (Asynchron Communication Interface Adapter) regelt die Datenübertragung zur MIDI-Schnittstelle.

Tastaturprozessor
Der Hitachi 6301 überwacht Tastatur, Maus und Joystick. Er ist in jedem Modell in der Tastatur integriert, also getrennt von der Zentraleinheit – im Mega STE sitzt er somit noch nicht mal im selben Gehäuse.

DMA
Einer der Spezialchips des ST ist der DMA (Direct Memory Access), welcher innerhalb von nur vierzehn Tagen von John Hoenig entwickelt wurde. Er steuert die Massenspeicher an und hängt mit 16 Leitungen direkt am Datenbus.

Floppycontroller
Der WD1772 von Western Digital kommt hier zum Einsatz, er wandelt die 8 Bit breiten Daten des ST in serielle Daten für die Diskettenlaufwerke um und vice versa. Zudem liefert er alle Steuersignale für die Diskettenlaufwerke. Sehr späte 1040 STE-Modelle und Mega STE-Modelle ab Herbst 1992 haben statt dem WD1772 den AJAX-Controller, mit dem es auch möglich ist, HD-fähige Diskettenlaufwerke zu betreiben.

Grafikchips
Der von Atari entwickelte SHIFTER verrichtet hier seinen Dienst, er ist hauptsächlich für den Bildaufbau verantwortlich. Dabei holt er sich die Bilddaten aus dem für die Bilderzeugung reservierten Teil des Arbeitsspeichers (32 kB) und gibt sie auf dem Monitor aus. Ihm wird noch ein Bitblock-Transfer-Chip (Blitter) zur Seite gestellt, durch den sich der Bildaufbau wesentlich beschleunigt.

Speicherverwaltung
Die Memory Management Unit (MMU) übernimmt das Multiplexen der Adressen des Arbeitsspeichers, die Selektion des Bildschirmspeichers für den Grafikchip sowie die Selektion eines Arbeitsspeicherbereichs für die DMA. Die MMU ist im GSTMCU-Chip integriert.

GLUE
Dieser Chip hat seinen Namen (zu deutsch Kleber oder Leim) nicht umsonst, denn er hält so ziemlich das ganze System zusammen. Er erzeugt beinahe alle Chip-Select-Signale von Arbeitsspeicher, Festspeicher und der Peripheriechips, die Taktfrequenzen mittels Teilerketten für die ACIAs und den Soundchip, die Synchronisations- und Austastsignale für den Monitor sowie die Signale für die Interruptsteuerung und den DMA-Betrieb. Er ist im GSTMCU-Chip integriert.

74LS373 und 74LS244
Diese beiden jeweils doppelt vorhandenen Chiptypen verbinden High und Low des geteilten Arbeitsspeicherblocks über den Speicherdatenbus zum Systemdatenbus und werde nvon der MMU kontrolliert.

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520 STE und 1040 STE
Bei den STE-Modellen wurde einiges neu eingebracht: Eine Farbpalette mit 4 096 Farben (bisher 512), Stereo-Ausgänge, zwei zusätzliche Analog-Joystick-Ports und der schon vom Mega ST her bekannte Grafik-Coprozessor Blitter. Das Aufrüsten des Arbeitsspeichers ist dank der nun verwendeten 30-poligen SIMM-Riegel nun wesentlich einfacher. Auf den Markt kamen zwei Modelle: Der 1040 STE mit 1 MB Arbeitsspeicher und sein Kollege 520 STE, dem man nur 512 kB spendierte – dafür war dieser dann auch wesentlich günstiger und der Arbeitsspeicher reichte für die meisten Spiele aus. Der 520 STE ist auch hauptsächlich in den USA und auf den britischen Inseln zu finden, wo der Computerspielemarkt besonders ausgeprägt war. Geplant waren noch zwei weitere Modelle: Der 1040 STE+, der neben dem STE einen AT-Hardwareemulator beinhalten sollte, und der 4160 STE, der mit satten 4 MB RAM daherkommen sollte. Beide schafften es letztendlich nicht in die Serienproduktion.

Technische Daten
520 STE 1040 STE 1040 STE+ 4160 STE
Prozessor Motorola MC68000 Motorola MC68000 Motorola MC68000 Motorola MC68000
Taktfrequenz 8 MHz 8 MHz 8 MHz 8 MHz
Coprozessor optional: Motorola 68881/68882 optional: Motorola 68881/68882 optional: Motorola 68881/68882 optional: Motorola 68881/68882
Arbeitsspeicher ab Werk 512 kB 1 MB 1 MB 4 MB
Festspeicher (ROM) 256 kB 256 kB 256 kB 256 kB
Betriebssystem TOS 1.06
TOS 1.62
TOS 1.06
TOS 1.62
TOS 2.06 (ab 1993)
TOS 1.06 +
MS-DOS
TOS 1.06
Grafikchips Atari Shifter + Blitter Atari Shifter + Blitter Atari Shifter + Blitter Atari Shifter + Blitter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16)
640 × 200 (4)
640 × 400 (2)
320 × 200 (16)
640 × 200 (4)
640 × 400 (2)
320 × 200 (16)
640 × 200 (4)
640 × 400 (2)
320 × 200 (16)
640 × 200 (4)
640 × 400 (2)
Farbpalette 4.096 4.096 4.096 4.096
Soundchip Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo
Diskettenlaufwerk 3½" DD 720 kB 3½" DD 720 kB 3½" DD 720 kB 3½" DD 720 kB
Interne Festplatte
Tastatur Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Erweiterungsbus
Ankündigung
Vorstellung August 1989
Im Handel Oktober 1989 November 1989
Produktion eingestellt Oktober 1991 Dezember 1993
Preis bei Erscheinen in Deutschland 1598 DM
(817,04 €)
mit SM124

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari 520 STE / 1040 STE Atari 1040 STE+ Atari 4160 STE Atari 520 STE / 1040 STE: Anschlüsse auf der Rückseite
Atari 520 STE / 1040 STE: Anschlüsse auf der linken Seite Atari 520 STE / 1040 STE: Maus- und Joystickanschlüsse unter dem Nummernblock Atari 520 STE / 1040 STE: rechte Seite Mainboard C300779-001 Rev. 5.1
(1040 STE)

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Mega STE: Aufgebohrt
Beim in München im Dezember 1990 vorgestellten und im September 1991 erschienenen Mega STE ging man noch weiter: Er bekam das Gehäuse vom TT 030, eine laut Anleitung Apple-kompatible LAN-Schnittstelle (die allerdings nur selten genutzt wurde), zwei zusätzliche serielle Schnittstellen (davon eine schnelle), ein auf 16 MHz erhöhter Prozessortakt (der per Software wieder runtergeschaltet werden kann, was bei einigen Anwendungen wie beispielsweise Notator vor Version 3.21 nötig ist), einen Low-Level-Cache, auf Wunsch eine eingebaute Festplatte, einen VME-Erweiterungssteckplatz und mit TOS 2 ein neues Betriebssystem. Dafür wurden die Analog-Joystick-Ports weggelassen. Ab 1992 wurde der Mega STE mit einem HD- statt wie bisher mit einem DD-Diskettenlaufwerk ausgeliefert. Die Produktion wurde nach nur elf Monaten am 14. August 1992 eingestellt.

Technische Daten Mega STE
Prozessor Motorola MC68000
Taktfrequenz 16 MHz
Cache 16 kB
Coprozessor optional: Motorola 68881/68882
Arbeitsspeicher ab Werk 1 bis 4 MB
Festspeicher (ROM) 256 kB
Betriebssystem TOS 2.05
TOS 2.06
Grafikchips Atari Shifter + Blitter
Auflösungen (Farben) 320 × 200 (16)
640 × 200 (4)
640 × 400 (2)
Farbpalette 4.096
Soundchip Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo
Diskettenlaufwerk 3½" DD 720 kB
3½" HD 1,44 MB (ab 1992)
Interne Festplatte optional: 3½" SCSI 48 MB
Tastatur extern: Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Erweiterungsbus VME
Ankündigung
Vorstellung Dezember 1990
Im Handel September 1991
Produktion eingestellt 14. August 1992
Preis bei Erscheinen in Deutschland

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari Mega STE ohne Tastatur Atari Mega STE: Anschlüsse auf der Rückseite Atari Mega STE: Anschlüsse auf der linken Seite Atari Mega STE: Mainboard

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ST Book: Ultraleichtgewicht
Die Technik in diesem als NST bezeichneten Flachmann war für damalige Verhältnisse vom Feinsten: 2½"-Festplatte, Zeitschaltung, pseudostatisches RAM (behält die Daten auch nach dem Ausschalten des Rechners), und nur 1½ Stunden Ladezeit für den Akku, das Ganze verpackt in ein Gehäuse in der Größe eines DIN-A4-Blattes und mit gerade einmal 2 kg Gewicht. Im Innern werkelt ein stromsparender CMOS-68000-Prozessor mit 8 MHz Taktfrequenz. Das Display-Modul ist das gleiche wie beim Portable Stacy – ein Epson Custom Module, nur ist es beim ST Book nicht mehr hintergrundbeleuchtet, was eine Menge Energie und Platz spart. Zusätzlich wurde auf ein Diskettenlaufwerk verzichtet – stattdessen läuft die Datenübertragung per Linkkabel und der sich im ROM befindlichen Software ST-Trans. Als Mausersatz kommt hier ein sogenanntes Vector-Pad zum Einsatz, die Funktionsweise dieses Pads gleicht denen der digitalen Joysticks der Spielkonsolen. Unter dem Vector-Pad ist noch Platz für ein Faxmodem – es ist nur nie eins dafür erschienen. Die 40-MB-Festplatte von Conner hat eine Zugriffszeit von 19 ms. Der Akku hält je nach Anwendung fünf bis zehn Stunden. Als ROM-Port-Ersatz dient ein 120-poliger Erweiterungsbus links unterhalb der Tastatur, der alle ROM- und noch mehr Leitungen nach außen bringt. Man könnte auch noch eine externe Maus anschließen, es gibt nur leider keine – die Mini-DSUB-Schnittstelle dafür liegt rechts an der Tastatur unter einer Abdeckung. Mehrere altbekannte ST-Schnittstellen sind hier aber nicht mehr oder in veränderter Version vorhanden, einzig der Druckerport behielt seine Form. Die MIDI-Schnittstellen sind MiniDIN-Buchsen, wie man sie etwa von PS/2-Mäusen her kennt. Der ACSI-Port und die Floppy-Schnittstelle wurden zusammengefaßt, der serielle Port ist 9- statt 25-polig, und Joystick- sowie Monitorports sind gar nicht mehr vorhanden. Das fest eingebaute Betriebssystem entspricht dem TOS 2.06 vom Mega STE mit einigen Modifikationen (z.B. fest eingebaute ROM-Disk). Und der Blitter wurde zusammen mit GLUE und der MMU in einen Chip, genannt Combo, zusammengefasst. Mit Arbeitsspeicher war man bei Atari im ST Book allerdings nicht so großzügig, es wurde nur mit 1 MB ausgeliefert, kostete dafür aber mit 40-MB-Festplatte stolze 3 498 DM und damit mehr als ein deutlich leistungsfähigerer TT 030 (Mitte 1992 rund 2 500 DM in der Basisvariante) oder eine Stacy. Eine Aufrüstung auf 4 MB RAM ist jedoch möglich. Man vermutet, dass vom ST Book nur etwa 1000 Stück hergestellt wurden – es gilt somit als eins der seltensten Notebooks weltweit. Vorgestellt wurde das Notebook im März 1991 auf der CeBIT in Hannover, in den Handel kam es im Mai 1992. Nur ein halbes Jahr später wurde es jedoch schon wieder eingestellt.

Technische Daten ST Book (Model NST-141)
Prozessor Motorola MC68HC000
Taktfrequenz 8 MHz
Coprozessor nicht vorhanden
Arbeitsspeicher ab Werk 1 MB
Festspeicher (ROM) 256 kB
Betriebssystem TOS 2.06
Grafikchips Atari Shifter + Blitter
Auflösungen (Farben) 640 × 400 (2)
Farbpalette 4.096 (theoretisch)
Soundchip Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo
Diskettenlaufwerk kein internes
Interne Festplatte 2½" IDE 40 MB
Tastatur Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Display 11" LCD monochrom
Ankündigung
Vorstellung März 1991
Im Handel Mai 1992
Produktion eingestellt Dezember 1992
Preis bei Erscheinen in Deutschland 3498 DM
(1788,50 €)

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Atari ST Book



Bild © Atari
Atari ST Book: Mainboard Entwickler Tracy Hall am Block of Wood, wie der ST Book-Prototyp intern genannt wurde

Bild © Atari Explorer

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ST Pad „Stylus“: Urahn des iPad
Sehr zukunftsweisend war das auf der CeBIT 1991 in Hannover vorgestellte Tablet ST Pad, welches von Präsident Sam Tramiel selbst präsentiert wurde. Statt einer Tastatur wird zur Eingabe ein Stift verwendet, dieser übernimmt die Maus- und Tastaturfunktionen auf dem drucksensitiven Monochrom-LCD. Die Texteingabe erfolgt handschriftlich, die Atari-eigene Schrifterkennung wandelt die Eingabe in lesbaren ASCII-Code um – im Gegensatz zur allgemein bekannten OCR-Schrifterkennung, die einzelne Pixelgruppen auswertet, wird bei der ST Pad-Schrifterkennung die Bewegung des Stifts auf dem Bildschirm analysiert. Im Betriebssystem selbst wird dabei eine Tastatur emuliert und das entsprechende Zeichen auf dem Bildschirm ausgegeben. Ebenso wie das ST Book erreicht das Tablet eine maximale Betriebsdauer von 10 Stunden. Als Massenspeicher kommen Speicherkarten im JEIDA-Format zum Einsatz, die jeweils bis zu 4 MB aufnehmen können. Die Karten wurden daher gewählt, da die Disketten zu langsam und speichermäßig zu klein und deren Laufwerke für die Abmessungen des Tablets zu groß und Festplatten, wenn auch mittlerweile im 2½"-Format verfügbar, immer noch sehr störanfällig waren. Das ST Pad lässt sich durch eine externe Tastatur und eine externe Festplatte in einen vollwertigen ST-Computer verwandeln, der etwa dem 1040 STE entspricht. Es wird behauptet, dass weltweit etwa eine Handvoll funktionsfähiger Geräte in Umlauf ist. Die Einführung des Gerätes am Markt scheiterte laut Atari am Preis. Später wurde das Konzept mehrmals von anderen Herstellern wieder aufgegriffen, erfolgreich wurden die Tablets aber erst mit dem Erscheinen des Apple iPad im Januar 2010.

Technische Daten ST Pad
Prozessor Motorola MC68000
Taktfrequenz 8 MHz
Coprozessor nicht vorhanden
Arbeitsspeicher ab Werk 1 MB
Festspeicher (ROM) 256 kB
Betriebssystem TOS 2.08
Grafikchips Atari Shifter + Blitter
Auflösungen (Farben) 640 × 400 (2)
Farbpalette 4.096 (theoretisch)
Soundchip Yamaha YM-2149 oder
GI AY-3-8910
Soundkanäle 3 PSG + Rauschgenerator, Stereo
Laufwerk 2 Kartenlaufwerke im JEIDA-Format, max. 4 MB / Medium
Interne Festplatte
Tastatur optional: Schreibmaschine, 85 Tasten + 10 Funktionstasten
Display 11" LCD monochrom, drucksensitiv
Ankündigung
Vorstellung März 1991
Im Handel
Produktion eingestellt
Preis bei Erscheinen in Deutschland

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Atari ST Pad

Bild © VintageComputer.net
Atari ST Pad: Anschlüsse

Bild © atarimuseum.com
Atari ST Pad: Innenleben

Bild © atarimuseum.com

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Peripheriegeräte
Was ist ein Computer ohne die dazugehörige Peripherie? Genau, nutzlos. Für den ST gab es aus dem Hause Atari sogar eine ganze Palette an Peripheriegeräten:

Monochrome Monitore und ECL-Großbildschirme
Als herausragendes Beispiel mag hier der von Goldstar produzierte 12-Zoll-Monochrombildschirm SM 124 gelten, der mit einer Bildwiederholfrequenz von 70 Hz (im Gegensatz zu den damals üblichen 60 Hz) ein flimmerfreies und gestochen scharfes Bild bei einer Auflösung von 640 mal 400 Bildpunkten bot. Gebaut wurde der Monitor zwischen 1985 und 1991. Daneben gibt es noch die Modelle SM 125 (1987 bis 1988, Hersteller AOC; ebenfalls 12 Zoll, aber mit Standfuß und längst nicht so brillant wie der SM 124), SM 144 (1990 bis 1991, Hersteller Goldstar, 14 Zoll mit auf den Mega STE passenden Standfuß), SM 146 (1991 bis 1993; Hersteller AOC, 14 Zoll, mit Standfuß) und SM 147 (1992, 14-Zoll-Flatscreen, hergestellt von Quadrant (= Modell QC 1438) und nur in Nordamerika vertrieben). Die beiden 19-Zoll-Großbildschirme SM 194 und SM 195 (1989 bis 1991, hergestellt von Moniterm, Auflösung 1280 mal 960 Pixel) können nur am Mega ST/Mega STE mit einer speziellen Grafikkarte oder am TT verwendet werden, da nur diese das vom Monitor ausgehende ECL-Signal verarbeiten können. Geplant war auch eine andere Version des SM 144 mit integriertem Tragegriff im Gehäuse (vgl. den 1998 erschienenen Apple iMac G3).

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari SM 124
vorgestellt Januar 1985
Juni 1985 bis Oktober 1991
Atari SM 125
vorgestellt September 1986
1987 bis 1988
Atari SM 144
1990 bis 1991
Atari SM 146
1991 bis 1993
Atari SM 147
vorgestellt Januar 1992
1992 bis 1993
Atari SM 194
vorgestellt März 1989
1989 bis 1990

Farbmonitore
Eher für Spiele waren die RGB-Farbbildschirme gedacht, der ST konnte hier auch nur in niedriger (320×200) oder mittlerer (640×200) Auflösung darstellen. Den 12-Zoll-Monitor SC 1224 gibt es dabei gleich von drei Herstellern (Goldstar, JVC und Samsung), alle unterscheiden sich im Prinzip nur optisch. Dies liegt daran, dass der ursprünglich von Atari gewünschte und im Januar 1985 auch vorgestellte Monitor des Coleco ADAM bei Markteinführung des ST nicht mehr lieferbar war, da der Hersteller Konkurs anmelden musste. Erst im April 1986 war der GoldStar-SC 1224 lieferbar. Während man sich in Nordamerika zwischenzeitlich mit den anderen beiden Versionen behalf, wurde in Europa ein 14"-Bildschirm der Firma Thomson ins Angebot aufgenommen. Ab 1990 gab es dann auch die größeren 14-Zoll-Modelle SC 1425 (1990 bis 1991) und SC 1435 (1991 bis 1993, Audioausgabe in Stereo, hergestellt von Philips und dabei technisch baugleich mit deren Modell CM8833-II sowie einigen Commodore 1084-Modellen). Ein Sonderfall ist der von JVC hergestellte und nur in Nordamerika vertriebene PS 3000 von 1985/86, bei dem sich unterhalb des 12-Zoll-Bildschirms noch ein einseitiges Diskettenlaufwerk (identisch mit dem SF 354) im Sockel befindet.

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari SC 1224 (Goldstar)
April 1986 bis 1990
Atari SC 1224 (JVC)
Juni 1985 bis April 86
Atari SC 1224 (Samsung)
Juni 1985 bis April 86
Atari SC 1425
1990 bis 1991
Atari SC 1435
1991 bis 1993
Atari PS 3000
Juni 1985 bis April 1986

Massenspeicher
Als der ST 1985 erschien, gab es zunächst nur das 3½"-Diskettenlaufwerk SF 354 (einseitig, 360 kB, 135 tpi), im Dezember 1985 erschien das Modell SF 314 (doppelseitig, 720 kB, 135 tpi). Geplant war zudem noch ein Modell SF 324 (einseitig, einfache Dichte, 180 kB).

Im Sommer 1986 erschien mit der SH 204 (im Entwicklungsstadium noch SH 324) die erste Festplatte für den ST, noch im rechteckigen Metallgehäuse und mit einer Kapazität von 20 MB. Ein bereits seit Erscheinen des ST geplantes Modell mit 10 MB Speicherplatz (SH 104, SH317) wurde wieder verworfen. Mit Erscheinen des Mega ST im Jahr 1987 wurden auch optisch angepasste Festplatten angeboten, zunächst die 20-MB-Variante SH 205, die im Januar 1989 in Megafile 20 umbenannt wurde, später auch die Modelle Megafile 30 und Megafile 60 (Januar 1989).

Desweiteren gab es ein Wechselplattenlaufwerk vom Typ Megafile 44 (August 1989, während der Entwicklung noch SR 144 und SR 444), welches mit 44-MB-Syquest-Medien gefüttert wurde und das CD-ROM-Laufwerk CDAR 504 (vorgestellt im März 1988 und ab Juni 1988 im Handel, hieß in der Entwicklung noch CDAR 500 und OPTOFILE), welches auch als eigenständiges Audio-CD-Abspielgerät dienen kann – es hat dafür sogar eine kleine abnehmbare IR-Fernbedienung. Für dieses Laufwerk wurde Im März 1991 ein Nachfolger vorgestellt, der es nicht in den Handel schaffte: das Caddy-Laufwerk CDAR 505. Ein ebenfalls lange angekündigtes Bandlaufwerk, die Festplatten MEGAFILE 40 (vorgestellt 1988) und ATARIFILE 200 (angekündigt März 1991) sowie ein 10-MB-Diskettenlaufwerk wurden nicht verwirklicht.

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari SF 314 (links neuere Baureihe, rechts alte Baureihe von 1985)
Dezember 1985 bis Oktober 1991
Atari SF 354 (links neuere Baureihe, rechts alte Baureihe von 1985)
Juni 1985 bis August 1989
Atari SF 324
vorgestellt April 1985
Atari SH 204
August 1986 bis Oktober 1987
Atari SH 205 / Megafile
Oktober 1987 bis Oktober 1991
Atari Megafile 44
August 1989 bis Oktober 1991
Atari CDAR 504
ab Juni 1988

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Fernbedienung

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Rückseite

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
Innenleben

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 504
geöffnet

Bild: Matthias Wittland
Atari CDAR 505
vorgestellt März 1991
Atari Bandlaufwerk

Bild: backntime.net
Gehäuse des geplanten ST Book-Diskettenlaufwerks

Bild © Atari Explorer

Drucker
Im Mai 1986 erschien mit dem SMM 804 der erste Drucker für den ST unter dem Atari-Logo. Hergestellt wurde der Nadeldrucker nur bis 1987, er ist baugleich mit dem XMM 801 aus der XE-Serie. Weitere Nadeldrucker mit den Modellbezeichnungen SMM 810 (Star LC-10) und SMM 824 (24-Nadel) waren später zwar geplant, wurden aber wieder verworfen. Mit dem Mega ST erschien 1987 auch der Laserdrucker SLM 804, der über den Controller SLMC 804 am DMA-Port angeschlossen werden konnte. Der Laserdrucker verfügt über keinen eigenen Arbeitsspeicher (nach diesem Prinzip werden Laserdrucker bis heute hergestellt), was die Produktion des Druckers äußerst günstig machte. Zusammen mit dem Mega ST und einem Bildschirm wurde der Drucker so als DTP-Set angeboten. 1991 wurde er durch den SLM 605 abgelöst, der zwar etwas langsamer war, dafür aber auch deutlich kompakter. 1992 wurde noch der SLM 406 vorgestellt, der ohne externen Controller auskommen und stattdessen direkt an die SCSI-Schnittstelle des TT angeschlossen werden sollte, er wurde allerdings noch vor Markteinführung wieder verworfen. Geplant waren auch noch zwei Farb-Thermodrucker (STC 204, 1985 und STC 504, vorgestellt im April 1986), sowie ein Typenraddrucker vom Typ SDM 124 (1985, baugleich mit dem XE-Drucker XDM 121, der allerdings erschienen ist).

Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari SMM 804
(Mai 1986 bis 1987)
Atari SLM 804
(Oktober 1987 bis Oktober 1991)
Atari SLM 605
(Oktober 1991 bis November 1993)
Atari STC 504
(vorgestellt April 1986)

Bild © atarimuseum.com
Atari SLMC 804
Oktober 1987 bis November 1993

Sonstiges
Unverzichtbar war natürlich bei einer grafischen Oberfläche eine Maus – von Atari gab es dafür die STM 1, wobei es schon bald darauf bessere Mäuse von Drittanbietern gab. Nicht zu vergessen natürlich die externe Tastatur des Mega ST. Und zur Verbindung mit der Außenwelt diente das 1987 erschienene 1200-baud-Modem SX 212 – leider wurde dieses nur in Nordamerika vertrieben. Das vom Jaguar bekannte PowerPad gibt es auch in einer grau/blauen Ausführung, es kann an den Joystickports 3 und 4 angeschlossen werden.
Bilder (zum Vergrößern anklicken)
Atari STM1
Juni 1985 bis 1994
Atari SX 212
September 1987 bis 1989
Atari PowerPad
November 1993 bis 1994

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Letzte Bearbeitung: 29. April 2018