Atari ST Book 

Atari NST-141 ST Book

Ein Gewicht von knapp zwei Kilo, die Größe eines DIN-A4-Blattes und eine Bauhöhe von 2,7 cm - so könnte man die Eckdaten eines noch relativ neuen Subnotebooks zusammenfassen. Nur: Dieses Notebook kam bereits 1992 heraus und hat den Namen „ST Book“ (Modell NST-141, Codename „Maxi ST“). Die Technik in diesem Flachmann war damals vom Feinsten: 2½"-Festplatte, Zeitschaltung, pseudostatisches RAM (behält die Daten auch nach dem Ausschalten des Rechners), und nur 1½ Stunden Ladezeit für den Akku. Im Innern werkelt ein stromsparender CMOS-68000-Prozessor mit 8 MHz Taktfrequenz. Das Display-Modul ist das gleiche wie beim Portable Stacy – ein EPSON Custom Module, nur ist es beim ST Book nicht mehr hintergrundbeleuchtet, was eine Menge Energie und Platz spart. Zusätzlich wurde auf ein Diskettenlaufwerk verzichtet – stattdessen läuft die Datenübertragung per Linkkabel und der sich im ROM befindlichen Software „ST-Trans“. Als Mausersatz kommt hier ein sogenanntes „Vector-Pad“ zum Einsatz, die Funktionsweise dieses Pads gleicht denen der ditigalen Joysticks der Spielkonsolen. Unter dem Vector-Pad ist noch Platz für ein Faxmodem – es ist nur nie eins dafür erschienen. Die 40-MB-Festplatte von Conner hat eine Zugriffszeit von 19 ms. Der Akku hält je nach Anwendung fünf bis zehn Stunden. Als ROM-Port-Ersatz dient ein 120-poliger Erweiterungsbus - links unterhalb der Tastatur - der alle ROM- und noch mehr Leitungen nach außen bringt. Man könnte auch noch eine externe Maus anschließen, es gibt nur leider keine – die Schnittstelle dafür liegt rechts an der Tastatur. Mehrere altbekannte ST-Schnittstellen sind hier aber nicht mehr oder in veränderter Version vorhanden, einzig der Druckerport behielt seine Form. Die MIDI-Schnittstellen sind MiniDIN-Buchsen, wie man sie etwa von PS/2-Mäusen her kennt. Der ACSI-Port und die Floppy-Schnittstelle wurden zusammengefaßt, der serielle Port ist 9- statt 25-polig, und Joystick- sowie Monitorports sind gar nicht mehr vorhanden. Das fest eingebaute Betriebssystem entspricht dem TOS 2.06 vom Mega STE mit einigen Modifikationen (z.B. fest eingebaute ROM-Disk; die ST Book-Versionsnummer ist 2.08). Und der Blitter wurde zusammen mit GLUE und der MMU in einen Chip, genannt „Combo“, zusammengefasst. Mit Arbeitsspeicher war man bei Atari im ST Book allerdings nicht so großzügig, es wurde nur mit 1 MB ausgeliefert, kostete dafür aber mit 40-MB-Festplatte stolze 3.500 DM und damit deutlich mehr als ein deutlich leistungsfähigerer TT 030 (Mitte 1992 rund 2.500 DM) oder eine Stacy. Eine Aufrüstung auf 4 MB RAM ist jedoch möglich. Man vermutet, dass vom ST Book nur etwa 1000 Stück hergestellt wurden – es gilt somit als eins der seltensten Notebooks weltweit.

 Tipp

Abgestürzte ST Books lassen sich wie folgt zurücksetzen:
Danach sollte sich das Notebook wieder booten lassen.
Technische Daten
Prozessor Motorola 68HC000
Taktfrequenz 8 MHz
Arbeitsspeicher (max.) 1 MB (4 MB)
Festspeicher (ROM) 512 kB
enthält neben TOS auch das Übertragungsprogramm „ST Trans“
Betriebssystem TOS 2.06
Grafikchip Atari Shifter + Atari Blitter (im Combo-Chip)
Auflösung (Farben) 640 × 400 (2)
Farbpalette 512, effektiv nur 2 nutzbar
Display Epson Custom Modul, LCD monochrom, 11"
Soundchip Yamaha YM-2149
Soundkanäle 3 PSG + 1 Rauschgenerator
Festplatte 2½" IDE, 40 MB
Tastatur Schreibmaschine, 74 Tasten + 10 Funktionstasten
Akku 9,6V 1700 mAh, Ladezeit 1½ h, Laufzeit 5-10 h
Vorstellung März 1991
Verkaufsstart Mai 1992
Neupreis 3.498 DM (Juli 1992)
Stopp Dezember 1992
Verkaufszahlen ca. 1.000 Stück

Bilder

Anschlüsse ST Book Prototyp Atari ST Book Mainboard Atari ST Book Mainboard
Anschlüsse des Prototypen, von links nach rechts:

MIDI out, MIDI in, serielle Schnittstelle, Parallelport, ACSI/Floppy-Port

Beim Serienmodell liegt der ACSI/Floppy-Port zwischen MIDI in und der
seriellen Schnittstelle, außerdem befindet sich ganz links die Netzteilbuchse.
Mainboard des ST Book (C104448)
Anschlüsse:
oberste Reihe: Display, Faxmodem, Vector-Pad
2. Reihe: Display, Floppy/DMA, MIDI
3. Reihe: Seriell/Parallel, Festplatte (2 Anschlüsse)
untere Reihe: Tastatur (2 Anschlüsse)

Links oben sitzt der Prozessor, daneben der Displaycontroller, kleiner der DMA-Chip und ganz klein der Soundchip.
In der Reihe darunter befindet sich das TOS-ROM neben dem COMBO-Chip, dann folgen der Spezialchip C104531 und der MFP.
In der Mitte unten befindet sich das RAM, rechts daneben die Pufferbatterie. Unten rechts kann man noch die Regler für Lautstärke und Kontrast erkennen.
Links und rechts des Mainboards befinden sich noch der Erweiterungsbus und der nicht genutzte Mausport.
ACIA und Shadow RAM sowie die zweite Hälfte des RAM befinden sich auf der Unterseite des Mainboards.
Entwickler Tracy Hall am „Block of Wood“, wie der ST Book-Prototyp intern genannt wurde

Bild © Atari Explorer

Letzte Seitenbearbeitung: 25. Oktober 2015